Gemeinde Alfdorf, 28.03.2012
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Mühlen


Hagmühle



 


 

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Ihren Namen hat sie vom nahe gelegenen Limes, der im Volksmund auch "Hag" (Grenze, Zaun, Hecke) genannt wurde. Die gesamte Reinigungsanlage, ein Gerbgang, ein Schrotgang, drei Walzenstühle, zwei Plansichter und eine Grießputzmaschine können noch in der Mühle besichtigt werden. Das völlig verrottete Mühlrad konnte 2001 durch Spenden erneuert werden, allerdings führt der Mühlkanal kein Wasser. Heute bietet die nostalgische Kulisse der Hagmühle mit ihrer alten Technik das Ambiente für Kunstausstellungen, Konzerte, Bewirtungstage und Raum für Feste und Feiern bis zu 100 Personen. Erstmals urkundlich erwähnt wurde die Hagmühle im Jahr 1417 in einem Urteilsbrief der Grafschaft Limpurg. Der Getreidemühle war - wie damals oft üblich - eine Sägemühle angeschlossen, die ebenfalls vom Wasser der Lein gespeist wurde. "Heinz von Reinharz, zum Reinharz gesessen" verkaufte die Hagmühle im Jahr 1438 den Pflegern der Kirche zu Gebenweiler "für frei und eigen". 29 Gulden erlöste der Rienharzer aus diesem Geschäft, was einer heutigen Kaufkraft von 50 000 Euro entspricht. 1478 erwarb Schenk Albrecht von Limpurg "die Mühle mit Breitenfürst und sie theilte nun alle Schicksale mit Haghof", wie es in der Welzheimer Oberamtsbeschreibung aus dem Jahr 1845 heißt. Im 17. Jahrhundert brannte die Mühle ab. Aus dieser Zeit datiert das heutige Hauptgebäude, das 1880 seinen Vorbau erhielt. Bis 1975 war die Hagmühle bewohnt und als Rückschütt-Getreidemühle in Betrieb. Danach stand sie 25 Jahre lang leer und verfiel zunehmend, bis Hans Schwarz aus Alfdorf die Mühle 2002 übernahm und sie in liebevoller Detailarbeit restaurierte. Dabei wurden auch die Außenanlagen komplett neu angelegt und die alte Backstube mit dem Backhaus wieder in Betrieb genommen. In den frühen 20er Jahren des 20. Jahrhunderts wurde die Wasserkraft in der Mühle durch einen Dieselmotor ersetzt. Nach dem Krieg übernahm ein Elektromotor den Antrieb des Mahlwerkes. In dieser Zeit traten auch Walzenstühle an die Stelle der alten Mahlsteine.

Internetauftritt der Hagmühle


 

Heinlesmühle



 


 

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Die Heinlesmühle existiert spätestens seit dem 16. Jahrhundert. Die Familie von Thomas und Rosina Bareis, die sich mit Datum 1809 im Stein über der alten Haustür verewigten, bewirtschaftete die Mühle 177 Jahre lang, von 1672 bis 1849. Die Bedeutung der Mühle zeigt sich in der hohen Pacht von 10 Gulden, die der Müller 1829 zahlte - das war ein Viertel der Zinslast der gesamten Gemeinde. Vom Wohlstand der Müller kündet das imposante Fachwerkgebäude aus dem Jahr 1809 samt der Nebengebäude, die ein einmalig erhaltenes Ensemble bilden. An das Haupthaus schließt sich durch einen überdachten Steg die Sägemühle an. Daneben steht ein Back- und Waschhäusle, links vom Weg die Stallungen. Hinter der Mühle, wo der Mühlkanal verläuft, liegt noch ein Felsenkeller. Das Wasser fließt über einen etwa 350 Meter langen Mühlkanal von der Schwarzen Rot zu. Zu jener Zeit arbeitete die Mühle mit drei oberschlächtigen Wasserrädern, die Säge lief mit einem Flatterrad. Die Heinlesmühle war bis Mitte des 19. Jahrhunderts auch Schultheißerei und Schildwirtschaft, das heißt, sie fungierte auch als Rathaus und Beherbergungsbetrieb. In der Gaststätte durften Hochzeiten und Taufen ausgerichtet werden. Zeitweise diente das Anwesen auch als Schule. Obwohl der Schulmeister damals die riesige Schar von 178 Schülern zu unterrichten hatte, war sein Verdienst wohl nicht besonders üppig, denn seine Frau erbat die Erlaubnis, mit Schuhbändern und anderem Kleinkram hausieren zu dürfen. Als einzige Mühle im Schwäbischen Wald besitzt die Heinlesmühle noch zwei Wasserräder, eines für die Sägemühle, das andere für die Mahlmühle. Die Mühle im Haupthaus stammt aus dem Erbauerjahr 1908 und ist, mit neuerer Apparatur, weitgehend vorhanden. Eine Besonderheit ist, dass das Gebäude der Sägemühle noch erhalten ist. Anders als die Mahlmühlen, die in gemauerten Wohngebäuden untergebracht waren, bestanden die Sägemühlen zumeist aus einfachen Holzkonstruktionen, die eher dem Verfall preisgegeben waren und meist abgebrochen wurden. Nach umfassenden Renovierungsarbeiten ist die Sägemühle wieder voll funktionsfähig.

Internetauftritt der Heinlesmühle


 

Hummelgautsche



 


 

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Auf und ab gautscht das Sägegatter in der Mühle auf der Hummelwiese - so kommt die Hummelgautsche zu ihrem Namen, wobei sich der Begriff "Hummel" auf die gemeindeeigenen Bullen (schwäbisch Hommel = Hammel) bezog. Die Vaihinghofer Sägmühle, wie sie offiziell heißt, wird bereits im 14. Jahrhundert erwähnt. Sie entstand als Genossenschafts- oder Gemeinschaftsmühle ehemaliger freier Bauern. Die Genossen hatten ihre Anteile in Tagen pro Monat aufgeteilt. So viele Tage wie einer Anteile hatte, durfte er sägen, dann musste er dem nächsten Platz machen. In den 30er Jahren wurde das kleine, schnell drehende Mühlrad, ein sogenanntes Flatterrad, durch ein großes Mühlrad ersetzt. 1994 wurde dieses baugleich erneuert. Das fünf Meter große mittelschlächtige Rad hatte mit 3,4 PS einen höheren Wirkungsgrad als das kleine Flatterrad, es benötigte allerdings eine Übersetzung. So brachten Zahnrad und Riemengetriebe die fünf Umdrehungen des Wasserrades auf die 80 Umdrehungen, die für den Betrieb des Sägegatters notwendig sind. Allerdings sollte sich das Rad auch nicht schneller drehen, damit die Säge nicht heißlief und Feuer fing. In der Hummelgautsche wurden mit einem Hochgang Balken, Dielen und Bretter gesägt. Beim Hochgang wird - im Gegensatz zum Vollgatter - nur ein Sägeblatt mit Kurbel und Stelze auf und ab bewegt. Der Baumstamm fährt auf einem Wagen ins Sägeblatt hinein. So kann allerdings immer nur ein Brett gesägt werden, dann müssen die Säger den Stamm neu einrichten. Die Bauern sägten ihr Holz hauptsächlich dann, wenn in der Landwirtschaft nicht viel Arbeit anfiel: im zeitigen Frühjahr, im Spätherbst und - wenn das Holz nicht gefroren war - im Winter. Zu diesen Zeiten war die Hummelgautsche oft bei Tag und bei Nacht in Betrieb, solange es eben Wasser gab. Die Hummelgautsche war bis Ende der 50er Jahre in Betrieb. 1973 wurde die Sägemühle von der Gemeinde Alfdorf aufgekauft und umfassend renoviert, 1994 folgte die Renovierung des Mühlrades.


 

Meuschenmühle



 


 

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Die Geschichte der Meuschenmühle reicht weit zurück. 1553 wird sie erstmals als "Nibelgau-Mühle" schriftlich erwähnt, vermutlich hat an diesem Standort aber schon im 13. Jahrhundert eine Mühle existiert. Vor dem Dreißigjährigen Krieg (1618-1648) war sie Lehen der Herren von Neuhausen/Filder, danach das der Herren vom Holz in Alfdorf. Das heutige Mühlen- und Wohngebäude stammt aus dem Jahr 1787. Es enthält eine funktionierende Mahlanlage aus dem 19. Jahrhundert. Dazu gehören zwei Mahlgänge mit Mahlsteinen und ein Gerbgang, der den im Schwäbischen Wald verbreiteten Dinkelanbau belegt. Er diente zum Entspelzen (Gerben) des Dinkels, der nach dem Dreschen nicht, wie etwa der Weizen, das blanke Korn liefert, sondern fest mit den Spelzen verbunden bleibt. Eine Seltenheit ist die aus einer Wiener Mühlenbauanstalt stammende Spitz- und Schälmaschine. Über eine Nebenwelle kann ein Butterfass angetrieben werden - eine Kuriosität in einer Mahlstube. Das Wasserrad mit einem Durchmesser von sieben Metern und 60 Schaufeln aus Eichenholz ist das größte im Schwäbischen Wald. Das Wasser fließt von oben auf das Rad (oberschlächtiges Wasserrad) und treibt es an. In der Mühlenanlage überträgt sich die Kraft mit Zahnrädern und Riemen auf die jeweiligen Maschinen. In der Meuschenmühle kann das System der "Alten Deutschen Wassermühle" noch voll funktionsfähig in Betrieb erlebt werden. Die Mühlenanlage ist im Erhaltungszustand und der Ursprünglichkeit ihrer technischen Einrichtung von besonderer historischer Bedeutung. Die tief ausgetretenen Holzstufen hinauf zum Mahlgang sind stumme Zeugen der Mühsal, die Müllerei zu damaligen Zeiten bedeutet hat. Das Gebäude ist weitgehend original erhalten. Der Wohnteil besteht aus der Wohnung des Müllers mit einer zentralen große Küche und einer "guten Stube" und dem Ausgedinge, dem Alterssitz - einer Küche und einem Zimmerchen, das ursprünglich über eine Außentreppe zugänglich war. Sparsamer Luxus wie eine Stuckdecke, profilierte Türstöcke und Simse aus Stubensandstein zeugen vom bescheidenem Wohlstand der Müllerfamilie im ausgehenden 18. Jahrhundert und dem daraus erwachsenen Selbstbewusstsein.


 

Voggenbergmühle



 


 

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Möglicherweise stammt die Voggenbergmühle schon aus dem 13. Jahrhundert, denn 1251 wird in diesem Gebiet eine "Ysenmuln" erwähnt. Anfang des 16. Jahrhunderts jedenfalls gehörten die Mühle und der Weiler Voggenberg zum Kloster Adelberg. 1523 fordert Abt Leonhard zu Adelberg 200 Gulden von Gregorius Ruf und Jörg Ruchmayer, den Käufern des Voggenberghofs samt der "Routsägmühle daselbst". Der Abt reklamierte diese beträchtliche Summe als Bezahlung ausstehender Lehns-Verbindlichkeiten gegenüber dem Kloster. Schließlich einigte man sich darauf, dass Ruf und Ruchmayer den Hof und die Mühle gegen Bezahlung der alten Schuld als Erblehen erhalten sollten. 1574 kaufte Ulrich Winter aus Mittelweiler die Voggenbergmühle, die kurz zuvor um eine Mahlmühle erweitert worden war. Die Wasser der Rot trieben nun eine Säg- und eine Mahlmühle an. Wie seine Vorgänger zahlte Winter Mühlzins an das Kloster Adelberg. Nach der Schulmeisterbesoldungsordnung aus dem Jahr 1626 hatte der Voggenberg-Müller zu jener Zeit auch noch den Schulmeister mit Hafer und Brot zu versorgen und anlässlich von Kindstaufen, Hochzeiten und Sterbefällen einen Obolus in Form von Wein, Fleisch, Brot, Suppe und ein paar Kreuzern zu leisten. Rund 100 Jahre später bedrohte das benachbarte Buchengehren den wirtschaftlichen Erfolg. Die vier Familien des Weilers wollten an der Rot eine neue Sägemühle bauen und taten es auch im Jahr 1724. Bis hinauf zum Tübinger Hofgericht ging der Streit - doch erfolglos blieben die Voggenberger mit ihren Einsprüchen. Der Voggenberg-Müller nutzt den uralten Mühlkanal auch heute noch - mit einer Ossberger Durchströmturbine aus dem Jahr 1944 - zur Stromerzeugung und zum Betrieb der modernen, vollautomatischen Getreidemühle mit Pneumatikförderung. Das Wohngebäude wurde um 1850 erbaut, der Mühlenanbau stammt aus dem Jahr 1948. Heute ist sie die einzige noch gewerblich arbeitende Mühle am Mühlenwanderweg. Im Neubau ist der Mühlenladen untergebracht, dessen Angebot die Herzen von Hobbybäckern und -köchen höher schlagen lässt.

Internetauftritt der Voggenbergmühle


 

Mühlenwanderweg

Hier erhalten Sie detaillierte Informationen zum gesamten Mühlenwanderweg.


 

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