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Limes - Römische Grenze zwischen Donau und Rhein
Vermutlich bewegten die Römer Sicherheitsinteressen, ihr Territorium kurz vor
der Zeitenwende, auf Gebiete nördlich der Alpen auszudehnen. Nach dem Scheitern,
ganz Germanien zu erobern, begannen die Römer die eroberten Gebiete zu sichern.
Für die Sicherung dienten in erster Linie große Flussläufe wie die Donau und der
Rhein. Die Flüsse waren ein schwer zu überwindendes Hindernis und dienten als
Transportwege für Waren und Truppen.
Es zeigte sich jedoch dass eine
leistungsfähige Verbindung zwischen den militärischen Zentren an der unteren
Donau und dem Mittel- bzw. Niederrhein unverzichtbar war. Der weite Weg um das
Rheinknie bei Basel erwies sich als nicht praktikabel. Die Römer konnten auf die
wesentlich kürzere Landverbindung quer durch Südwestdeutschland nicht
verzichten. Sie haben ein Straßennetz z.B. eine Fernstraße zwischen den
Provinzhauptstädten Mainz und Augsburg eingerichtet. Diese Straße führte über
Ladenburg, durch den Kraichgau und den mittleren Neckar nach Bad Cannstatt,
weiter durch das Filstal und über die Schwäbische Alb nach Augsburg.
Mit
der römischen Herrschaft war eine deutliche Verbesserung der Lebensqualität und
ein wirtschaftlicher Aufschwung verbunden. Durch diese verbesserten
Lebensbedingungen entstand eine Sogwirkung auf die nicht römischen Gebiete. Um
diese Sogwirkung zu kontrollieren und um die Straßenverbindungen zu sichern
wurde eine Grenzbefestigung notwendig.
Aufgrund der topografischen
Gegebenheiten stellte der Bau dieser Abgrenzung eine enorme Herausforderung dar.
In der 1. Hälfte des 2. Jahrhunderts war der Limes zwischen Donau und Rhein
keine einheitlich ausgebaute Grenzanlage. Um 150/160 n.Chr. wurde der sog.
"Vordere Limes" erbaut. Er verläuft vom Main bei Miltenberg in einer ca.
81 km langen Geraden bis zum Haghof, entlang der Landesstraße 1155 nach
Pfahlbronn, weiter durch Brech, den Pfahlbronner Wald (Karte, externer Link) zum Kloster Lorch und über Aalen in Richtung
Weißenburg. Somit konnten die Römer auch das Remstal als wichtige Ost-West
Verbindung nutzen.
Nach ca. 100 Jahren änderten sich die Rahmenbedingen.
Der Druck auf den Limes wurde größer, germanische Stämme unternahmen
kriegerische Raubzüge auf das römische Gebiet. Außerdem wurde das römische Reich
durch wirtschaftliche Probleme, innere Unruhen und häufige Regierungswechsel
belastet. Im Osten bedrohte das Perserreich das römische Imperium, so dass
Truppenteile vom Limes dorthin verlegt werden mussten. Dies ermutigte
germanische Stämme zu größeren Raubzügen. Der Limes erwies sich für die
Verteidigung dieser massiven Angriffe als völlig ungeeignet, so dass diese Form
der Grenzsicherung um 260 n. Chr. aufgegeben werden musste. Die Römer mussten
sich wieder an die besser zu verteidigenden großen Flüsse Donau und Rhein
zurückziehen.
Sichtbare Reste des Limes befinden sich beim Haghof und im
Waldgebiet südlich von Pfahlbronn.
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