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Limes

Limes - Römische Grenze zwischen Donau und Rhein

Vermutlich bewegten die Römer Sicherheitsinteressen, ihr Territorium kurz vor der Zeitenwende, auf Gebiete nördlich der Alpen auszudehnen. Nach dem Scheitern, ganz Germanien zu erobern, begannen die Römer die eroberten Gebiete zu sichern. Für die Sicherung dienten in erster Linie große Flussläufe wie die Donau und der Rhein. Die Flüsse waren ein schwer zu überwindendes Hindernis und dienten als Transportwege für Waren und Truppen.

Es zeigte sich jedoch dass eine leistungsfähige Verbindung zwischen den militärischen Zentren an der unteren Donau und dem Mittel- bzw. Niederrhein unverzichtbar war. Der weite Weg um das Rheinknie bei Basel erwies sich als nicht praktikabel. Die Römer konnten auf die wesentlich kürzere Landverbindung quer durch Südwestdeutschland nicht verzichten. Sie haben ein Straßennetz z.B. eine Fernstraße zwischen den Provinzhauptstädten Mainz und Augsburg eingerichtet. Diese Straße führte über Ladenburg, durch den Kraichgau und den mittleren Neckar nach Bad Cannstatt, weiter durch das Filstal und über die Schwäbische Alb nach Augsburg.

Mit der römischen Herrschaft war eine deutliche Verbesserung der Lebensqualität und ein wirtschaftlicher Aufschwung verbunden. Durch diese verbesserten Lebensbedingungen entstand eine Sogwirkung auf die nicht römischen Gebiete. Um diese Sogwirkung zu kontrollieren und um die Straßenverbindungen zu sichern wurde eine Grenzbefestigung notwendig.

Turmstumpf WP 12/8
Turmstumpf WP 12/8
Fahrspuren am Limes "Bemberlesstein"
Fahrspuren am Limes "Bemberlesstein"

Aufgrund der topografischen Gegebenheiten stellte der Bau dieser Abgrenzung eine enorme Herausforderung dar. In der 1. Hälfte des 2. Jahrhunderts war der Limes zwischen Donau und Rhein keine einheitlich ausgebaute Grenzanlage. Um 150/160 n.Chr. wurde der sog. "Vordere Limes" erbaut. Er verläuft vom Main bei Miltenberg in einer ca. 81 km langen Geraden bis zum Haghof, entlang der Landesstraße 1155 nach Pfahlbronn, weiter durch Brech, den Pfahlbronner Wald zum Kloster Lorch und über Aalen in Richtung Weißenburg. Somit konnten die Römer auch das Remstal als wichtige Ost-West Verbindung nutzen. (Weitere Infos auf der Homepage Deutsche Limeskommision)

Nach ca. 100 Jahren änderten sich die Rahmenbedingen. Der Druck auf den Limes wurde größer, germanische Stämme unternahmen kriegerische Raubzüge auf das römische Gebiet. Außerdem wurde das römische Reich durch wirtschaftliche Probleme, innere Unruhen und häufige Regierungswechsel belastet. Im Osten bedrohte das Perserreich das römische Imperium, so dass Truppenteile vom Limes dorthin verlegt werden mussten. Dies ermutigte germanische Stämme zu größeren Raubzügen. Der Limes erwies sich für die Verteidigung dieser massiven Angriffe als völlig ungeeignet, so dass diese Form der Grenzsicherung um 260 n. Chr. aufgegeben werden musste. Die Römer mussten sich wieder an die besser zu verteidigenden großen Flüsse Donau und Rhein zurückziehen.

Sichtbare Reste des Limes befinden sich beim Haghof und im Waldgebiet südlich von Pfahlbronn.