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Alfdorf aktuell
Sanierung Hochwasserrückhaltebecken Hüttenbühl abgeschlossen
Erstelldatum31.07.2026
Alfdorf (ko-lei/pm) Im Teilort Hüttenbühl nördlich von Alfdorf liegt das Hochwasserrückhaltebecken (HRB) Hüttenbühl an der schwarzen Rot. Turnusmäßig müssen die Anlagen saniert und auf den technisch neuesten Stand gebracht werden. Das Hochwasser Anfang Juni 2024 hatte beim HRB Schäden verursacht.
Der Hüttenbühlstausee wurde 1959, vom 1957 gegründeten Wasserverband Kocher-Lein, errichtet. Die letzte Sanierung fand 2004 statt. 2011 wurden alle elf HRB des Verbandes einer vertieften Sicherheitsüberprüfung unterzogen. Seither wird alle zwei Jahre ein HRB saniert. Turnusmäßig war 2025 das HRB Hüttenbühl an der Reihe.
Hochwasser Anfang Juni 2024
Nachdem die HRB durch den langanhaltenden Dauerregen (ca. 113 Liter innerhalb von 48 Stunden) bereits zu 80 bis 85 % gefüllt waren, kam es am Sonntagabend (02.06.24) zu weiteren 100 Liter Niederschlag innerhalb von nur drei Stunden. Dabei kam es unterhalb der Hochwasserentlastung zu größeren Ausspülungen unterhalb des Dammes, die sofort behoben werden mussten.
Außerdem hat das Hochwasser den Steuerschieber aus der Verankerung gerissen. Deshalb musste hier schnell Abhilfe geschaffen werden und die Sicherheitsanpassung wurde in zwei Sanierungsabschnitte mit unterschiedlichem Baubeginn aufgeteilt. Die Entlandung des Beckens hat zusätzlich auch noch stattgefunden.
Teil 1: Umbau im Betriebsgebäude und Mönchschacht
Die dringlichen Arbeiten des 1. Sanierungsabschnittes, dem Austausch der Schieber zum Steuern des HRB wurden kurzfristig vorgezogen. Unterhalb des Betriebsgebäudes im Damm befindet sich der Mönchschacht mit den Schiebern zum Steuern der Wassermengen. Bisher befand sich hier nur ein Steuerschieber. Um die Sicherheit der Anlage zu gewährleisten muss für den Ausfall eines Schiebers ein Zweiter vorhanden sein (n-1 Regel).
Im Rahmen der Arbeiten wurden auch die elektrischen Anlagen und die Mess-, Steuer- und Regelungstechnik (MSR) komplett erneuert. Das HRB hat zur Überwachung der Wasserstände und Schieberöffnungen neue Messgeräte erhalten und wurde als letzte Anlage an das neue Prozessleitsystem angebunden. Das bestehende Betriebsgebäude konnte größtenteils erhalten bleiben. Es hat ein neues Dach erhalten und die Fassadenverschalung wurde erneuert. Der Abschluss der Sanierungsarbeiten erfolgte im Herbst 2025.
Teil 2: Baubeginn im Frühjahr 2026
Diese Arbeiten starteten im Frühjahr 2026 und konnten bereits größtenteils abgeschlossen werden. Es wurden weitere Grundwasserpegel zur Überwachung des Dames gebohrt, der Ablaufpegel erhielt auf der rechten Uferseite neue Messtechnik, es wurde eine Pumpstation zur Sickerwasserableitung eingerichtet sowie eine Betonsanierung an Hochwasserentlastung und Tosbecken durchgeführt.
Die Arbeiten zum Tief- und Ingenieurbau sind fertig. Der Stahlbauer bringt zeitnah noch neue Geländer an den Absturzstellen an und der Elektriker verlegt demnächst neue Steuer- und Stromkabel. Abschließend wird auch diese neue Technik noch an das Leitsystem angebunden.
Entlandung des Seegrundes
In Abstimmung mit dem Fischereiverein wurde der See bereits im Herbst 2024 abgefischt. Aufgrund der Erosionen im Einzugsgebiet, insbesondere von Ackerflächen, wurden insgesamt 6.650 m3 Sedimente entnommen. Diese wurden zur Bodenverbesserung auf nahegelegenen Ackerflächen ausgebracht. Die weiteren Arbeiten der Straßen- und Ufersicherungen konnten nach den Entlandungsarbeiten abgeschlossen werden. Zum Schutz des Dammes wurde auf der Seeseite ein Biberschutz mittels eines Steinwurfs eingebaut.
Kosten der Sicherheitsanpassung
Die aktuellen Gesamtkosten belaufen sich auf rund 1,25 Mio. €. Da es sich hier im Rahmen des überörtlichen Hochwasserschutzes um eine Landesaufgabe handelt, erhält der Wasserverband Kocher-Lein eine Landesförderung von 70% gemäß der Förderrichtlinie Wasserwirtschaft.
2027 wird das HRB Rehnenmühle entlandet. 2029 folgt das HRB Täferrot.
Allgemeines über den Wasserverband Kocher-Lein
Der Wasserverband Kocher-Lein erstreckt sich über die Landkreise Rems-Murr-Kreis, Ostalbkreis und Schwäbisch Hall. Neben den drei Kreisen sind insgesamt 18 Kommunen Mitglied des Verbandes. Der Verband hat die Aufgabe, den Wasserabfluss der Lein und des Kochers durch Hochwasserrückhaltung zu regeln. Hierzu betreibt der Verband insgesamt elf Stauseen mit einem Gesamtstauvolumen von ca. 12,8 Mio. Kubikmeter in der Lein und ihren Zuflüssen.
Das HRB Hüttenbühl in Alfdorf liegt im Hauptschluss der schwarzen Rot als Zufluss zur Lein. Die Fläche des Dauerstaus beträgt 1,45 ha und die Höhe des Dammes 11,6 m. Es hat ein Einzugsgebiet von 15,5 km2 und ein Gesamtstauvolumen von ca. 492.000 m3.
Neben der Regulierung des Hochwasserabflusses führt der Verband an seinen Rückhaltebecken Umweltschutz-, Naherholungs- und Landschaftsschutzmaßnahmen durch. Für alle Aufgaben beschäftigt der Verband hauptamtlich fünf Stauwärter und einen Technischen Betriebsleiter.
Näheres zum Wasserverband Kocher-Lein unter www.kocher-lein.de.

