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Der alte Brunnen im Pfahlbronner „Lindenwasen“ kehrt zurück
Erstelldatum04.09.2026
Historischer Brunnen im Lindenwasen wird feierlich eingeweiht
Das Ehrenamtsteam und die Gemeinde Alfdorf laden am
Samstag, 3. Oktober 2026, um 16.00 Uhr
zur feierlichen Einweihung des restaurierten Brunnens im Lindenwasen in Pfahlbronn ein.
Die mehr als 100 Jahre alte gusseiserne Brunnensäule wurde in den vergangenen Monaten aufwendig restauriert und an ihrem ursprünglichen Standort wieder aufgestellt. Auch das historische Pumpwerk wurde überarbeitet. Ergänzt wird die Anlage durch einen neuen Brunnentrog nach historischem Vorbild.
Der Brunnen ist ein Stück Pfahlbronner Ortsgeschichte. Über viele Jahrzehnte diente er der Wasserversorgung, zum Tränken des Viehs und zugleich als Treffpunkt im Ort.
Möglich wurde die Wiederherstellung vor allem durch großes ehrenamtliches Engagement. Besonders hervorzuheben sind hier Hans Tränkle und Dieter Schäfer, aber auch weitere engagierte Helfer im Hintergrund. Diese haben viel Zeit, Wissen und Tatkraft eingebracht und damit dazu beigetragen, ein Stück Pfahlbronner Geschichte wieder sichtbar zu machen.
Bei der Einweihung werden die ehrenamtlich Beteiligten in einer kurzen Ansprache über das Projekt berichten. Bürgermeister Ronald Krötz wird anschließend ein Grußwort sprechen.
Für die Bewirtung sorgt die Freiwillige Feuerwehr Alfdorf, Abteilung Pfahlbronn.
Das Ehrenamtsteam und die Gemeinde Alfdorf laden alle Bürgerinnen und Bürger herzlich ein, gemeinsam die Rückkehr dieses besonderen Stücks Ortsgeschichte zu feiern.
Der historische Brunnen im Lindenwasen – ein Stück Pfahlbronner Ortsgeschichte
Mit der Restaurierung und Wiederaufstellung des historischen Brunnens im Lindenwasen ist ein Stück Pfahlbronner Ortsgeschichte an seinen früheren Platz zurückgekehrt. Die gusseiserne Brunnensäule mit ihrem historischen Pumpwerk erinnert an eine Zeit, in der öffentliche Brunnen für die Wasserversorgung der Bevölkerung, für die Landwirtschaft und zugleich für das gesellschaftliche Leben eines Dorfes von großer Bedeutung waren.
Die Anfänge des Brunnens
Wann erstmals ein Brunnen im Lindenwasen angelegt wurde, lässt sich heute nicht mehr eindeutig feststellen. Es gibt Hinweise darauf, dass sich an dieser Stelle möglicherweise bereits im 18. Jahrhundert eine öffentliche Wasserstelle befand.
Gesichert ist dagegen, dass die damalige Gemeinde Pfahlbronn im Jahr 1904 den Brunnen erneuern ließ. Einen wichtigen Beleg hierfür entdeckte Rolf Schön in den historischen Gemeindeunterlagen: Eine Rechnung vom 1. November 1904 weist für einen „neuen Brunnen“ Kosten in Höhe von 164,88 Mark aus und nennt dabei ausdrücklich den Lindenwasen.
In diesem Zusammenhang dürfte auch die heute noch erhaltene gusseiserne Brunnensäule mit ihrem Pumpwerk eingebaut worden sein. Sie hat damit inzwischen mehr als ein Jahrhundert Pfahlbronner Geschichte erlebt.
Wasserversorgung und Treffpunkt im Dorf
Öffentliche Brunnen hatten zu Beginn des 20. Jahrhunderts eine ganz andere Bedeutung als heute. Wasser stand nicht selbstverständlich in jedem Haus zur Verfügung. Der Brunnen diente deshalb der Versorgung der Haushalte und wurde insbesondere auch zum Tränken des Viehs genutzt.
Darüber hinaus waren Dorfbrunnen seit jeher Orte der Begegnung. Wer Wasser holte oder Tiere tränkte, traf Nachbarn, tauschte Neuigkeiten aus und kam miteinander ins Gespräch. Der Lindenwasenbrunnen war damit nicht nur ein Teil der technischen Infrastruktur, sondern auch ein Bestandteil des dörflichen Alltags.
Mit dem Anschluss Pfahlbronns an die öffentliche Wasserversorgung im Jahr 1908 verlor der Brunnen zwar nach und nach seine zentrale Funktion. Dennoch blieb er noch über viele Jahrzehnte erhalten und wurde weiterhin genutzt.
Besondere Bedeutung nach dem Zweiten Weltkrieg
Wie wichtig die alten Brunnenanlagen auch in Krisenzeiten noch sein konnten, zeigte sich unmittelbar nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs.
Im Jahr 1945 kam es in Pfahlbronn zu einem erheblichen Wassermangel. Ursache war eine beschädigte Quellleitung im Bereich der Voggenbergmühle. Nach den überlieferten Angaben war die Leitung durch amerikanische Panzer beschädigt worden.
Die Versorgungslage war offenbar so angespannt, dass zeitweise sogar erwogen wurde, Wasser aus dem Lindenwasenbrunnen in das öffentliche Leitungsnetz einzuspeisen. Diese Begebenheit zeigt eindrucksvoll, welche Bedeutung der Brunnen selbst Jahrzehnte nach Einführung einer zentralen Wasserversorgung noch besitzen konnte.
Der Brunnen verschwindet teilweise aus dem Ortsbild
Im Laufe der folgenden Jahrzehnte veränderte sich das Ortsbild Pfahlbronns. Mit dem Ausbau der Ortsdurchfahrt verschwand schließlich auch die ursprüngliche Brunnenanlage aus dem Straßenraum.
Der historische Brunnentrog wurde vermutlich im Zuge der Straßenbauarbeiten entfernt. Sein weiterer Verbleib ist nicht bekannt. Die wertvolle gusseiserne Brunnensäule blieb dagegen erhalten.
Damit überdauerte zumindest ein wesentlicher Teil der ursprünglichen Anlage und eröffnete viele Jahre später die Möglichkeit, den Brunnen wieder sichtbar zu machen.
Aufwendige Restaurierung der historischen Brunnensäule
Für die Wiederherstellung wurde die mehr als 100 Jahre alte gusseiserne Säule zu einem auf historische Eisenteile spezialisierten Schlossereibetrieb ins Allgäu gebracht.
Dort erfolgte eine umfangreiche und möglichst originalgetreue Restaurierung. Unter anderem musste ein alter Frostschaden fachgerecht verschweißt werden. Anschließend wurde die Brunnensäule neu lackiert.
Besonderes Augenmerk galt dabei dem Erhalt der historischen Substanz und des ursprünglichen Erscheinungsbildes.
Auch die Technik im Inneren wurde überarbeitet. Saug- und Steigrohr wurden erneuert, das historische Pumpwerk erhielt neue Lederdichtungen sowie einen neuen Frosthahn. Ziel war es, nicht lediglich ein historisches Anschauungsstück aufzustellen, sondern die ursprüngliche Funktionsweise des Brunnens soweit wie möglich zu erhalten.
Auch der Brunnentrog kehrt zurück
Da der ursprüngliche Trog nicht mehr vorhanden ist, wurde entschieden, auch diesen Teil der historischen Anlage wiederherzustellen.
Der neue Trog orientiert sich am historischen Vorbild und ergänzt die restaurierte Brunnensäule zu einem stimmigen Gesamtbild. Durch die Wiederherstellung der Anlage wird der frühere Dorfbrunnen nicht nur als Einzelobjekt erhalten, sondern in seinem ursprünglichen Zusammenhang wieder erlebbar.
Damit entsteht am Lindenwasen ein kleiner, aber sichtbarer Erinnerungsort an die Geschichte Pfahlbronns und an die frühere Wasserversorgung des Ortes.
Ehrenamt macht Geschichte wieder sichtbar
Dass der Brunnen heute wieder an seinem historischen Standort steht, ist ganz wesentlich dem Einsatz engagierter Bürger zu verdanken. Besonders Hans Tränkle, Dieter Schäfer und Rolf Schön haben sich mit Zeit, Wissen, handwerklichem Einsatz und großem persönlichem Engagement für die Wiederherstellung eingesetzt.
Das Projekt zeigt damit auch, wie Ortsgeschichte bewahrt werden kann: nicht nur in Archiven, Büchern und alten Fotografien, sondern durch Menschen, die sich dafür einsetzen, historische Zeugnisse zu erhalten und wieder in das Bewusstsein der Bevölkerung zu rücken.
Mit dem restaurierten Brunnen im Lindenwasen erhält Pfahlbronn deshalb mehr zurück als eine historische Brunnensäule. Wieder sichtbar wird ein Ort, der über viele Jahrzehnte zum Alltag der Menschen gehörte – als Wasserstelle, als Treffpunkt und als Teil der Entwicklung des Dorfes.



